Es war einmal – Pfarr- und Jugendheim in Bank

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Datum:
Mi. 16. Nov. 2022
Von:
Franz-Josef Capellmann

Man weiß nie genau, warum einem mancher Ort so viel bedeutet. Erst später findet man eine besondere Beziehung zu bestimmten Dingen, sie werden erst im Nachhinein bedeutungsvoll, nämlich dann, wenn sie nicht mehr da sind. So gilt es mir als Zeitzeugen mit dem ehemaligen Pfarr- und Jugendheim. Ich denke so geht es vielen Bankern, wenn sie sich an das „ Zentrum der Geselligkeit“ in Bank erinnern.

Was hat die Banker in 1962 bewogen das Pfarr- und Jugendheim zu bauen? – Es war der Wunsch, neben der Kirche einen Versammlungsraum zu haben, um geselliges Leben zu pflegen und einen Begegnungsraum für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
Im Jahre 1984 wurde das Pfarrheim durch den Anbau erweitert und am 23.11.1984 im Beisein vieler ehrenamtlicher Helfer eingeweiht. Der Anbau diente dem Bedürfnis, der Gastronomie mehr Raum zu verschaffen.
Was haben die Wände des Pfarr- und Jugendheims in den 60 Jahren des Bestehens nicht alles erlebt.
Nicht alles kann aufgezählt werden, aber was mir so einfällt, zeugt von einem lebendigen Gemeindeleben in den vielen Jahrzehnten. Mit dem II. vatikanischen Konzil (1962 – 1965) blühten die Laienaktivitäten auf und dies war mit die Zündung für die Veränderungen im Gemeindeleben, die Aktivitäten der vielfältigen Gruppen nahmen zu und bestimmten den Alltag des Gemeindelebens.

Das Pfarr- und Jugendheim war der geeignete Ort, um den Bedürfnissen der vielen Gruppen gerecht zu werden, da waren die Pfadfinder und Wölflinge, die Seniorenfeste, die Karnevalsfeste und Weihnachtsbasare. Das Pfarrheim diente als Räumlichkeit für die Einführung und Verabschiedung der Pfarrer und Pfarrverweser, als Empfangsraum für Bischofsbesuche und Firmtreffen, es diente als Zufluchtsort bei Pfarrfesten und erlebte Primizfeiern und diente gelegentlich auch als Notkirche. Vor allem war es in der Osternacht der Ort für die Agapefeier, dann erstrahlte das Pfarrheim in besonderer Festlichkeit.

Darüber hinaus war das Pfarrheim Versammlungsort für die Pfarrgremien, wie Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, Liturgie- und Festausschuss. Es diente sportlichen Veranstaltungen, wie Tischtennis und Gymnastik der Frauen.

Außerdem war es Versammlungs- und Begegnungsstätte für die KAB und die Frauengemeinschaft. Wie bereits gesagt nicht alles kann hier aufgezählt werden, aber es gab auch Konzerte und musikalische Veranstaltungen und die jährlichen Schützenbälle der Flobertschützen und weitere private Feiern.

Alles, was das Pfarrheim für die Menschen in Bank war und bedeutet hat, kann an dieser Stelle nicht zum Ausdruck kommen, man muss es selbst erlebt haben.

Ich gehe davon aus, das Viele in Bank so denken und sich mit Wehmut an das erinnern, was sich im Pfarr- und Jugendheim abgespielt hat. Ein kleiner Trost: es ist in 2017 eine Ersatzlösung gefunden worden, die auch heute Raum gibt für das, was eine Gemeinde braucht. Begegnungsstätte für profane Veranstaltungen unter einem Dach mit der Kirche, dem spirituellem Zentrum.

Die Entwicklung schreitet fort. Wird dieser Fortschritt uns mitnehmen, mit nehmen in eine Zeit, die wieder Gespür für einander und mehr Empathie wachsen lassen möge.

Was war. ist vergangen – was werden wird, liegt auch in unseren Händen.

Franz-Josef Capellmann, Gemeinderat